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Zendure SolarFlow 2400Pro: Der verbotene Speicher… der im Test glänzt

  • Autorenbild: Tobias Volk
    Tobias Volk
  • vor 10 Stunden
  • 5 Min. Lesezeit

Ihr habt wie ich eine große PV-Anlage auf dem Dach und überlegt euch, einen Speicher nachzurüsten? Oder ihr plant eine Neuanlage mit etwas mehr als den klassischen zwei PV-Modulen? Vielleicht wollt ihr sogar beides – den Überschussstrom der bestehenden Anlage speichern und noch ein paar Module zusätzlich installieren. Willkommen in meiner Welt. Genau deshalb teste ich den neuen Zendure SolarFlow 2400Pro* in genau diesen Disziplinen und habe dazu ein Video auf meinem YouTube-Kanal PV&E hochgeladen, das ich euch hier auch nochmal verlinke:

YouTube-Video über den Zendure SolarFlow 2400Pro auf dem Kanal PV&E

Technische Daten

Der SF2400Pro kommt mit einem fest verbauten Speicher von 2,4kWh und lässt sich auf bis zu 16,8kWh erweitern. Überhaupt lassen sich die technischen Daten des Systems gut merken, letztendlich sind es immer 2400, wie der Name es schon vermuten lässt. 2400Wh Speicher, 2400W Ladeleistung und Entladeleistung über das Hausnetz, 2400W Notstrom. Nur PV kann er mehr. Hier stehen 3000Wp auf dem Datenblatt – und 2640W am PV-Eingang.

Datenblatt Zendure SolarFlow 2400Pro
Datenblatt Zendure SolarFlow 2400Pro

Das ist in der Kommunikation in meinen Augen nicht ganz perfekt gelöst, Overpaneling kann jeder, damit sollte man nicht extra werben. Mir haben es vor allem die 2400W Leistung in alle Richtungen angetan, denn damit ist verdammt viel möglich. Netzgebunden und off-grid. Gerade im Frühjahr, wo jeder Sonnenstrahl kostbar ist, da habe ich mich in der Vergangenheit immer geärgert, wenn schon bei 1200W Ladeleistung Schluss war. Hier sind schonmal 2400W PV-Überschüsse aus dem Hausnetz möglich. Gekoppelt mit einem Shelly Pro3EM* zur Messung des aktuellen Hausverbrauchs oder, noch einfacher, mit dem Zendure eigenen D0-Sensor, den ihr einfach auf die IR-Schnittstelle eures Stromzählers klemmt, weiß der SF2400Pro immer ganz genau, wieviel PV-Überschuss bei euch im Haushalt anliegt oder wie hoch der aktuelle Strombedarf ist – und kann das entsprechend ausgleichen.

Ein sonst unerwähntes Detail: Die 2400W am Notstromeingang gelten für beide Richtungen. Warum das wichtig ist? Ihr könnt hier auch 2400W reinschieben. Über einen – oder auch mehrere – bestehende Mikrowechselrichter beispielsweise. Dazu habe ich erst kürzlich hier auf meinem Kanal ein Video veröffentlicht – denn ihr seid nicht die einzigen, die einen zweiten Speicher nutzen wollen. Das verlinke ich euch mal hier.

Kommen wir zu meinen Beobachtungen des Zendure SolarFlow 2400Pro*. Die Einbindung des Systems in mein heimisches WLan funktionierte auf Anhieb, auch das anschließende Update der Firmware war in zwei Minuten erledigt. Wer Zendure noch aus 2024 kennt, der weiß, welchen großen Schritt nach vorne das bedeutet. Ihr könnt ja gerne mal von euren Erfahrungen berichten. Auch die Einbindung in das Home Energy Management System und die Verbindung mit dem D0-Energiemessgerät oder die Verknüpfung mit meinem Shelly Pro3EM* – alles vollkommen problemlos und ohne Verzögerung. So muss Software funktionieren.

Messwerte

Bei meinen Messungen der Reaktionszeit kam allerdings etwas Frust auf. Tja, was soll ich sagen. Seht selbst. Das sind die Reaktionszeiten bei Lastumschaltung (von Laden auf Entladen), die ich beim Einschalten meines 2000W-Wasserkochers am Hauszähler gemessen habe:

So lange dauert es also, bis jeweils wieder auf Null ausgeregelt ist. Das ist für Zendure ungewöhnlich lange und lag vermutlich an Cloud-Problemen. Ich werde die Tests zu gegebener Zeit wiederholen und hier veröffentlichen.

Zurück zu den weiteren Messwerten. Da gibt es nämlich auch was Erfreuliches zu berichten. Nachdem der SolarFlow 800Plus zuletzt super Effizienzwerte erreicht hat, liefert auch der Zendure SolarFlow 2400Pro* richtig ab. Genau wie sein kleiner Bruder 84% on-grid Effizienz im automatischen Modus. Das heißt, der Speicher hat den ganzen Tag PV-Überschüsse aus meinem Hausnetz eingespeichert und dann Abends und zu Spitzenlast-Zeiten wieder in das Hausnetz eingespeist. Mit bis zu 2400W in beide Richtungen wohlgemerkt. Am Ende sind 84% von dem, was reinging, wieder rausgekommen. Das ist Spitze!

Und wir reden hier von Werten aus dem Winter. Die Messungen fanden Ende Januar bis Mitte Februar statt – also zu einer denkbar ungünstigen Zeit für einen Speicher, da er nur sehr langsam gefüllt wird. Für diejenigen, die es genau wissen wollen: 97% Wirkungsgrad beim Einspeisen in das Hausnetz und 86% beim Laden aus dem Hausnetz. Auch das sind sehr gute Werte – allerdings knapp an Rekorden vorbeigeschrammt.

Effizienz des Zendure SolarFlow 2400Pro bei Einspeisung in das Hausnetz
Effizienz des Zendure SolarFlow 2400Pro bei Einspeisung in das Hausnetz

Und ja, falls ihr jetzt sagt: 97% Einspeisewirkungsgrad, das kann doch nicht sein, das ist doch viel zu hoch. Ja, ich war auch skeptisch und habe gerade diese Messung sehr oft in unterschiedlichen Konstellationen wiederholt. Mehrere Tage in Folge, mit unterschiedlichen Shelly Steckdosen. Immer exakt das gleiche Ergebnis. Beim Entladen von 100 auf 10% kommen 2,1kWh aus dem Speicher raus. Bei einer Kapazität von 2,4kWh macht das theoretisch mögliche 2,16kWh, die entladen werden können. 2,1kWh sind nunmal 97% davon. Irre effizient. Letztendlich aber auch nicht viel anders als ein klassischer Mikrowechselrichter, der die Gleichspannung vom PV-Modul in Netzspannung umwandelt. Die guten unter den Mikrowechselrichtern erreichen auch solche Effizienzwerte, teilweise sogar leicht darüber. Also scheint sich Zendure hier im Baukasten der Besten bedient zu haben.

Als nächsten Test habe ich einen Entladetest über die Notstromsteckdose durchgeführt. Dafür habe ich meinen e-Golf mit 1,7kW Dauerlast geladen. Also ein Test mit großer Last. Das Ergebnis hat auch hier überzeugt: 88% Entladewirkungsgrad. Mittelfeld, aber immer noch ein guter Wert.

Hier noch das Bild mit der Wärmebildkamera nach Dauerleistungstest eine Stunde mit 2kW Einspeisung in mein Hausnetz:

Wärmebild Zendure SolarFlow 2400Pro nach einer Stunde Volllast
Wärmebild Zendure SolarFlow 2400Pro nach einer Stunde Volllast

Und noch ein Messwert: Dauerhafte Leistungsaufnahme. Hier war ich nach sieben Tagen mit Nebel und trübem Wetter zunächst total gefrustet. Wegen des Wetters aber auch wegen der Messwerte. Letztlich hat der SF2400Pro mit zwei angeschlossenen 320Wp-Modulen nämlich nur unwesentlich Strom in mein Hausnetz eingespeist – und zwischendurch immer mal wieder kurz mit 2000W aus dem Hausnetz nachgeladen, um die untere Ladeschwelle von 10% auch nachts nicht zu unterschreiten.

Erst, als ich in den darauf folgenden Tagen meine Tests der Notstromsteckdose durchgeführt habe, stellte ich fest, dass diese Notstromsteckdose die ganze Woche angeschaltet war. Resultat: 12,5W Standby-Verbrauch, 300Wh am Tag einfach nur verpufft. Ärgerlich – und für euch eine Mahnung, immer die Notstromsteckdose auszuschalten, wenn ihr sie nicht benötigt. Dazu müsst ihr den Schalter für den „Smart Modus“ in der App deaktivieren.

Ich bin der falschen Annahme unterlegen, dass er im Smart Modus die Steckdose deaktiviert, wenn kein Eingang oder Ausgang festgestellt wird. Macht er aber nicht.

Mit ausgeschalteter Notstromdose sind es dann knapp 7W Standby. Bedenkt man aber die Leistung des Geräts mit bis zu 2400W, dann ist das – auch im Quervergleich mit anderen Herstellern – ein akzeptabler Wert.

Damit kommen wir auch gleich zu meiner Empfehlung: Wer sollte den SF2400Pro denn kaufen? Bitte kauft den SF2400Pro nicht, wenn ihr nur ein klassisches Balkonkraftwerk mit 2 Modulen habt. Der Speicher ist dafür überdimensioniert, ihr könnt gar nicht so viel speichern, um die 2,4kW Leistung auch nur annähernd nutzen zu können und ihr verliert zu viel im Standby. Für diese Personengruppe ist der SF800Plus* oder SF800Pro* etwas. Der Zendure SolarFlow 2400Pro* ist was für Leute mit einer größeren Bestandsanlage auf dem Dach oder für Menschen, die neu mit PV anfangen und gleich mal über 2000Wp an den Speicher anschließen wollen. Oder am Besten beides – große Anlage auf dem Dach UND zusätzliche Module an den neuen SF2400Pro. Dann geht nichts mehr an den Energieversorger verloren und man kann selbst große Verbraucher im Haushalt direkt versorgen. Über das Hausnetz mit bis zu 2400W Einspeiseleistung – oder direkt angeschlossen über die Notstromsteckdose sogar bis zu 3600W bei bestehendem Anschluss an das Hausnetz, 1200W werden dann nämlich zusätzlich durchgeschliffen.

Am Ende steht für mich ein klares Fazit: der Zendure SolarFlow 2400Pro* wird meinen bisherigen Hyper 2000 ersetzen. Der hat mir seit fast zwei Jahren als Hauptspeicher gedient und in 2025 eine knappe Megawattstunde in mein Hausnetz eingespeist. Alles zum Eigenverbrauch. Bei meinem Strompreis von 29ct/kWh waren das 290 EUR Ersparnis in 2025. Jetzt ist der SF2400Pro am Zug. Die Aufgabe, noch mehr zu sparen, wird er sicher locker meistern. Denn mit seinen 2400W Ausgangsleistung kann er alle meine Großverbraucher bedienen. Schaut gerne immer mal hier oder auf meinem YouTube-Kanal PV&E vorbei. An beiden Stellen werde ich regelmäßig berichten, wie sich der Zendure SolarFlow 2400Pro* bei mir schlägt.

Wir sehen uns auf PV&E - im Netz und auf YouTube.

 
 
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