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Bluetti Balco Transfer Hub im Test: Cleveres Konzept mit deutlichem Verbesserungspotenzial

  • Autorenbild: Tobias Volk
    Tobias Volk
  • 30. Juli
  • 5 Min. Lesezeit

Wer bereits eine Powerstation besitzt, wünscht sich oft eine möglichst einfache Möglichkeit, überschüssigen Solarstrom automatisch zu speichern und später wieder im Haushalt zu nutzen. Genau dafür hat Bluetti den Balco Transfer Hub entwickelt.

Auf der Intersolar 2026 in München konnte ich das System erstmals live sehen. Das Konzept hat mich sofort überzeugt – so sehr, dass ich mir den Balco Transfer Hub direkt selbst gekauft habe. Ganz bewusst ohne Sponsoring, denn nur so kann ich unabhängig testen, was das Gerät wirklich leistet.

Nach mehreren Tagen im Praxiseinsatz fällt mein erstes Fazit allerdings deutlich gemischter aus als erwartet.

Was verspricht der Bluetti Balco Transfer Hub?

Der Transfer Hub soll eine Bluetti-Powerstation intelligent mit dem Hausnetz verbinden.

Dadurch ergeben sich mehrere interessante Möglichkeiten:

·         überschüssigen PV-Strom automatisch speichern

·         den gespeicherten Strom zeitgesteuert ins Haus einspeisen

·         den Eigenverbrauch erhöhen

·         Stromkosten reduzieren

·         die gesamte Steuerung bequem über die Bluetti-App erledigen

Auf dem Papier klingt das nach einer sehr interessanten Lösung für Besitzer eines Balkonkraftwerks.

Mein Testaufbau

Für den Praxistest habe ich den Transfer Hub an meiner Testwand installiert und zunächst mit meiner Bluetti AC180T verbunden.

Außerdem wollte ich testen:

·         automatische Überschusssteuerung mit dem Shelly Pro 3EM

·         zeitgesteuertes Laden

·         zeitgesteuerte Einspeisung

·         Kompatibilität mit Powerstations anderer Hersteller

·         später auch den Betrieb mit einer DIY-Batterie sowie per V2L am Elektroauto

Installation: Schnell erledigt

Der mechanische Aufbau verlief problemlos.

Alle Kabel waren schnell angeschlossen und unmittelbar nach dem Einschalten begann die Powerstation automatisch zu laden.

Die Installation selbst ist also auch für weniger erfahrene Nutzer problemlos machbar.

Erste Enttäuschung: AC180T wird nicht unterstützt

Bereits bei der Einrichtung kam jedoch die erste Überraschung.

Meine Bluetti AC180T lässt sich überhaupt nicht mit dem Balco Transfer Hub koppeln.

Das ist besonders ärgerlich, weil Bluetti auf seiner Website eine sehr hohe Kompatibilität bewirbt.

Die normale AC180 wird zwar unterstützt, die AC180T mit ihren wechselbaren Akkumodulen jedoch nicht.

Wer dieses Modell besitzt, sollte deshalb vor dem Kauf unbedingt prüfen, ob sich daran durch zukünftige Firmware-Updates etwas geändert hat.

Zeitsteuerung funktioniert zuverlässig

Mit einer kompatiblen Bluetti-Powerstation konnte ich anschließend die grundlegenden Funktionen testen.

Positiv:

·         automatisches Laden nach Zeitplan

·         automatische Einspeisung nach Zeitplan

Beides funktionierte zuverlässig.

Allerdings muss man auch ehrlich sagen:

Eine reine Zeitsteuerung lässt sich bereits mit einer guten WLAN-Steckdose realisieren.

Der eigentliche Mehrwert des Transfer Hub sollte daher die intelligente Überschusssteuerung sein.

Das größte Problem: Keine vollständige Automatisierung

Genau hier zeigte sich der größte Schwachpunkt meines Tests.

Sobald sich die Powerstation vollständig entladen hat, deaktiviert sie ihren AC-Ausgang.

Wird sie später wieder geladen, aktiviert sich dieser Ausgang nicht automatisch.

Dadurch kann der Transfer Hub zwar eine Einspeisung freigeben – tatsächlich wird aber kein Strom geliefert.

Für einen dauerhaft automatisierten Betrieb ist das derzeit ein gravierender Nachteil.

Test mit Shelly Pro 3EM

Anschließend wollte ich die intelligente Überschusssteuerung testen.

Die Kopplung des Shelly Pro 3EM gelang zwar grundsätzlich, allerdings benötigt der Vorgang mehrere Minuten.

Mein Tipp:

Nach dem Start der Kopplung einfach etwas Geduld haben und die Einrichtung nicht vorschnell abbrechen.

Überschusssteuerung funktionierte im Test nicht

Nach erfolgreicher Verbindung wechselte ich in den Selbstnutzungsmodus.

Anschließend erzeugte ich bewusst einen Stromverbrauch von über 1.000 Watt.

Der Transfer Hub hätte nun automatisch bis zu 800 Watt einspeisen müssen.

Stattdessen passierte… nichts.

Der Shelly lieferte die Messdaten korrekt.

Die Powerstation war eingeschaltet.

Der AC-Ausgang war aktiv.

Dennoch reagierte das System überhaupt nicht.

Sobald ich wieder auf eine einfache Zeitsteuerung wechselte, funktionierte die Einspeisung sofort wieder.

Im aktuellen Softwarestand konnte ich die intelligente Überschussregelung daher nicht erfolgreich nutzen.

Das teste ich als Nächstes

Die Testreihe ist noch nicht abgeschlossen.

Geplant sind unter anderem folgende Kombinationen:

·         EcoFlow-Powerstations

·         weitere Bluetti-Modelle

·         DIY-Akkus

·         Elektroauto mit V2L-Funktion

Erst danach lässt sich beurteilen, ob die Probleme nur einzelne Geräte betreffen oder grundsätzlich im aktuellen Softwarestand liegen.

Mein Fazit

Der Bluetti Balco Transfer Hub gehört zu den spannendsten Neuheiten für Balkonkraftwerke und Powerstations.

Die Idee dahinter gefällt mir ausgesprochen gut.

Im derzeitigen Zustand überzeugt mich das System allerdings noch nicht vollständig.

Das gefällt mir:

✔ einfache Installation

✔ saubere Verarbeitung

✔ funktionierende Zeitsteuerung

✔ interessantes Gesamtkonzept

Das gefällt mir nicht:

✘ nicht alle Bluetti-Powerstations werden unterstützt

✘ AC-Ausgang wird nach einer Tiefentladung nicht automatisch aktiviert

✘ Überschusssteuerung funktionierte im Test nicht

✘ der eigentliche Automatisierungsgewinn bleibt aktuell aus

Ich werde den Balco Transfer Hub weiter testen und diesen Beitrag regelmäßig aktualisieren, sobald neue Firmware-Versionen erscheinen oder weitere Powerstations erfolgreich getestet wurden.


Lohnt sich der Kauf?

Aktuell würde ich den Balco Transfer Hub vor allem Technikbegeisterten empfehlen, die bereit sind, neue Funktionen auszuprobieren. Wer eine vollständig automatisierte Lösung erwartet, sollte die weitere Entwicklung der Software zunächst beobachten.

YouTube-Video zum Test

Den kompletten Praxistest mit allen Messungen, App-Einstellungen und Live-Demonstrationen findest du im zugehörigen YouTube-Video auf dem PV&E-Kanal.


Update: Funktioniert der Bluetti Balco Transfer Hub mit EcoFlow?

Nachdem der erste Test mit der Bluetti AC180T eher enttäuschend verlief, wollte ich wissen, ob das Problem vielleicht gar nicht am Transfer Hub selbst liegt, sondern an der verwendeten Powerstation. Deshalb habe ich den Balco Transfer Hub anschließend mit einer EcoFlow DELTA 3 Max getestet. Dabei zeigte sich ein deutlich anderes Bild. Bei der EcoFlow Delta 3 Max lässt sich einstellen, dass der AC-Ausgang auch nach Erreichen eines definierten Restladestands aktiv bleibt. Dadurch lädt der Transfer Hub tagsüber automatisch die Powerstation und speist den Strom nachts wieder ins Hausnetz ein. Über mehrere Tage funktionierte dieser Zyklus zuverlässig und ohne manuelle Eingriffe.

Wirkungsgrad: Besser als erwartet

Im AC-zu-AC-Betrieb wurden 2,2 kWh geladen und 1,6 kWh wieder entladen. Daraus ergibt sich ein Roundtrip-Wirkungsgrad von rund 73 %. Das liegt zwar unter hochwertigen AC-Speichern, ist angesichts der mehrfachen Wandlungsschritte jedoch ein durchaus akzeptabler Wert. Wird die Powerstation direkt über Solarmodule geladen, verbessert sich der Wirkungsgrad zusätzlich.

Dynamische Überschusssteuerung bleibt das größte Problem

Sowohl der Shelly Pro 3EM als auch der EcoTracker wurden erfolgreich mit der Bluetti-App gekoppelt. Beide lieferten korrekte Messwerte und wurden in der App angezeigt. Trotzdem reagierte der Transfer Hub weder auf PV-Überschüsse noch auf einen erhöhten Hausverbrauch. Nach aktuellem Teststand deutet vieles auf ein Softwareproblem hin.

Auch DIY-Akkus funktionieren

Mit einem DIY-LiFePO4-Akku, einem geeigneten Sinus-Wechselrichter und einem Ladegerät ließ sich der Balco Transfer Hub problemlos betreiben. Sowohl das Laden als auch das Einspeisen ins Hausnetz funktionierten zuverlässig. Damit eröffnet sich eine interessante Möglichkeit für Anwender mit Selbstbau-Speichern.

Funktioniert sogar mit einem Elektroauto?

Im Test wurde ein VW e-Golf ohne offiziellen V2L-Anschluss eingesetzt. Über einen Sinus-Wechselrichter an der 12-Volt-Batterie konnte der Balco Transfer Hub dennoch rund 300 Watt ins Hausnetz einspeisen.

Aktualisiertes Gesamtfazit

Nach zwei ausführlichen Praxistests fällt das Urteil deutlich differenzierter aus. Positiv sind die einfache Installation, die zuverlässige statische Zeitsteuerung sowie die Kompatibilität mit EcoFlow-Powerstations, DIY-Akkus und sogar Elektroautos. Negativ bleiben die fehlende Unterstützung der AC180T sowie die bislang nicht funktionierende dynamische Überschusssteuerung. Für Anwender, die hauptsächlich eine zeitgesteuerte Einspeisung wünschen, ist der Balco Transfer Hub bereits heute interessant. Wer eine vollständig automatische Überschussregelung erwartet, sollte weitere Software-Updates abwarten.


Hinweis zur Transparenz

Der Bluetti Balco Transfer Hub wurde von mir selbst gekauft. Es handelt sich nicht um ein gesponsertes Produkt. Sämtliche Eindrücke und Bewertungen beruhen ausschließlich auf meinem eigenen Praxistest.

 
 
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