Getestet: SunEnergyXT 500 PRO
- Tobias Volk
- vor 22 Stunden
- 6 Min. Lesezeit
Ich habe den großen SunLit-Turm* durch den kompakten, aber recht schweren SunEnergyXT 500 Pro* ersetzt. Mit dem neuen Speicher verfolgt SunEnergyXT ein völlig anderes Konzept als zuvor mit dem Turm. Der Turm war eher für den DIY-Gebrauch gedacht, robust, groß und schwer, ideal für die Nutzung in Garage oder Carport. Der neue 500 Pro hingegen ist ein All-in-one-Speicher und dank seines ansprechenden Designs auch für das Wohnzimmer geeignet. Oder in meinem Fall für mein Teststudio. Ein gutes Aussehen allein reicht bei mir jedoch nicht aus, um einen Preis zu gewinnen. Der 500 Pro muss sowohl in Leistung als auch in Effizienz überzeugen. In beiden Bereichen verliefen meine Tests anfangs recht holprig, weshalb die Veröffentlichung des Videos deutlich später als geplant erfolgt. Das entsprechende Video findet ihr hier verlinkt:
Technische Daten
Anders als sein Vorgänger kommt der SunEnergyXT 500 Pro* als All-in-one Gerät, das Plug-&-Play-tauglich ist. Das heißt, Module dran, Stecker in die Steckdose, fertig. Super einfach, super schnell eingerichtet, kein Kabelsalat.
Der 500Pro kommt mit einem fest verbauten Speicher von 5kWh, wovon 4,8kWh nutzbar sind. Erweiterbar ist ein System auf bis zu 30kWh – allerdings können mehrere solche Systeme auch im Verbund arbeiten. Der 500 Pro stellt sich dem Wettbewerb im Jahr 2026 und bietet 2400W bidirektionale Lade- und Entladeleistung aus dem Hausnetz. Die Version ohne den Namenszusatz „Pro“ kann VDE-Balkonkraftwerk-konform nur 800W in das Hausnetz einspeisen und ist damit sogar als Balkonkraftwerk mit Speicher vereinfacht anmeldbar. Lasst ihr euch den Pro vom Elektriker anschließen, stehen euch die vollen 2400W Lade- und Entladeleistung zur Verfügung. Verbaut sind im Übrigen prismatische 314 Ah EVE-Zellen, die mit diesem rücksichtsvollen Lade- und Entladeverhalten sowie dem eingebauten Puffer, über 10.000 Zyklen Lebensdauer haben sollen. Bei guten 200 Zyklen pro Jahr sind das 50 Jahre. Wohl dem, der das noch erlebt.

Der Speicher kommt mit 4 MPPT-Anschlüssen, ihr benötigt anders als beim Vorgänger, der BK-Speicherserie, keine Adapter mehr, um eure Module anschließen zu können. 625W kann jeder der vier Anschlüsse verarbeiten. Maximal sind 100V Eingangsspannung möglich – so viel bietet kaum ein anderer Hersteller. Maximaler Eingangsstrom 22A pro Eingang, maximaler Kurzschlussstrom 25A.

Die Notstromsteckdose bietet einen USV-Modus mit 10ms Umschaltzeit. Ob das funktioniert könnt ihr euch in meinem YouTube Short ansehen:
Messwerte
Schauen wir uns nun mal die Messwerte an. Das war dieses Mal gar nicht so einfach, denn ich habe zwar als einer der Ersten in Deutschland den SunEnergyXT 500 Pro* zum Testen bekommen – aber die Software war noch im Beta-Stadium und wurde im Laufe der Zeit deutlich geändert. Was unter Anderem auch Auswirkungen auf den Standbyverbrauch hatte – dachte ich zumindest. Aber dazu später noch mehr. Noch dazu kam, dass SunEnergyXT erst langsam die Kapazität des Speichers freigegeben hat – meine anfänglichen Messungen zeigten auffällige Messwerte, die ich kaum interpretieren konnte. Kurzum: die Messungen waren wesentlich umfangreicher, als ich ursprünglich gedacht hatte. Nach fast zwei Monaten Test sind die Messwerte aber hinreichend stabil, damit ich sie euch hier präsentieren kann.

Wir fangen mal mit der PV-Effizienz an: 79% Wirkungsgrad. Das ist im Quervergleich leider nur im Mittelfeld. Im Vergleich mit anderen großen, leistungsstarken 1200W oder 2400W Systemen im Mittelfeld, im Vergleich mit den kleinen 800er-Systemen im unteren Mittelfeld. Woran das liegt? Kann ich euch sagen: am Standbyverbrauch. Der 500Pro genehmigt sich im laufenden PV-Betrieb nämlich über 30W Eigenverbrauch. 22W bezieht er aus dem Netz, wenn er den PV-Strom speichern soll – und über 10W genehmigt er sich nochmal für euch nicht sichtbar aus den PV-Modulen. PV1, um genau zu sein. Das heißt, die Leistung an PV1 wird bei meinem Modell immer um 10-15W zu niedrig angegeben. SunEnergy ist mit dieser Praxis aber nicht allein, ich habe das nun zum wiederholten Male bei Tests von Speichersystemen festgestellt.
Der 500Pro verspricht ja nicht nur, mit PV-Modulen arbeiten zu können, sondern kann auch im reinen netzgekoppelten Betrieb arbeiten. Also Stecker in die Steckdose und einmal Vollladen bitte. Bei einer konstanten Ladeleistung von 2000W kamen dabei am Ende aber nur 80% vom geladenen Strom im Speicher an. Spannend wird es im Zusammenspiel mit dem Einspeisen. Nach beendeter Vollladung musste der Speicher dann wieder mit 200W konstant in mein Hausnetz einspeisen. Die typische Grundlast-Simulation. Ergebnis: 91% Wirkungsgrad. Lade- und Entladewirkungsgrad zusammengenommen ergeben 73% sogenannten Roundtrip-Wirkungsgrad im Netzbetrieb. Auch das wieder: Mittelmaß. Mein letzter Test erfolgte im off-Grid-Modus: Ich habe den Speicher mit einer Dauerlast von 1,8kW entladen. Ergebnis: 90% des Speicherinhaltes konnte ich in dem Fall in mein Auto laden. Ergibt einen off-Grid Roundtrip von 72%. Mit 80% Effizienz rein, mit 90% wieder raus. Auch wieder Mittelfeld. Fazit aller Messwerte: der SunEnergyXT 500 Pro*, den ich getestet habe, liefert in allen Disziplinen durchschnittliche, teilweise sogar etwas unterdurchschnittliche Werte. Im Vergleich zur Konkurrenz ist allerdings auch der Preis niedriger. Schaut euch den gerne mal tagesaktuell an(Link zur Produktseite, Rabattcode PVE5 für 5% Rabatt)* und vergleicht mit Modellen anderer Hersteller. Hier auf meinen Blogseiten findet ihr für die großen Hersteller auch immer die besten Preise. Am Ende ist immer das Gesamtpaket entscheidend – und der individuelle Einsatzbereich.
Ein wichtiger Einflussfaktor für die Effizienz eines Systems ist der Standbyverbrauch. Der ist aber nicht so einfach herauszufinden, denn er speist sich oftmals aus unterschiedlichen Quellen. So auch hier beim SunEnergyXT 500 Pro*. Er bedient sich aus drei unterschiedlichen Quellen: dem Hausnetz, dem Speicher und aus der PV-Produktion. Betrachtet man nur eine Quelle, dann hat man zwar einen Wert, aber einen zu niedrigen. Und hier ist genau das Problem, das mir meine Messungen erheblich erschwert hat: SunEnergyXT hat im Laufe meiner Tests die Anteile anders aufgeteilt. Hat der Speicher anfangs fast alles aus dem Hausnetz bezogen, hat er später im Test mehr aus dem Speicher und den PV-Modulen abgezweigt. Das hat mir mehrmals meine Messungen über den Haufen geworfen, weil ich Messungen hier nur zeige, wenn sie über einen längeren Zeitraum stabil sind und wiederholbare Ergebnisse liefern. Ergebnis: nachts 23W Standby, tagsüber im PV-Betrieb 35W. Das ist schon eine Hausnummer. Auch hier sehen wir wieder: Der 500Pro ist für große PV, große Last und hohen Energieumsatz gebaut. Zwei Solarpanels zur Deckung der Grundlast sind nicht sein Ding.
Soft facts

Noch ein paar Soft facts zur Abrundung meiner Tests: Im AC-Betrieb ist der Speicher flüsterleise, im DC-Betrieb mit angeschlossenen PV-Modulen gab es bei mir dauerhaft Geräusche. Leise zwar, aber in der Nähe des Speichers dennoch hörbar. Das Relais klickt gut hörbar, insbesondere in den Abendstunden, wenn die PV-Leistung so langsam zur Neige geht, artete das aber gelegentlich in ein wildes Hin- und Herschalten aus. Vermutlich hat der Speicher dann zwischen Speicherung, Bypass und Trennung von der PV gewechselt. Was aber an leicht bewölkten Abenden mehrfach hintereinander passiert und ganz schön nerven kann.
Die Software scheint seit der offiziellen Markteinführung des Systems nun stabil zu sein, bei der Kalibrierung des Akkus habe ich jedoch gewisse Vorbehalte. Ohne es genau mit Zahlen belegen zu können, scheint der Speicher gerade bei kleinen Lasten oder im reinen Standby-Betrieb gelegentlich die Orientierung zu verlieren und zeigt dann fehlerhafte Speicherstände an.
Fazit
Damit kommen wir auch gleich zu meiner Empfehlung: Warum solltet ihr den Speicher kaufen?

Warum solltet ihr den Speicher nicht kaufen?

Bitte kauft den SunEnergyXT 500 Pro* nicht, wenn ihr nur ein klassisches Balkonkraftwerk mit 2 Modulen habt. Der Speicher ist dafür überdimensioniert, ihr könnt gar nicht so viel speichern, um die 2,4kW Leistung auch nur annähernd nutzen zu können und ihr verliert zu viel im Standby. Für diese Personengruppe hat SunEnergyXT den BK215 im Angebot. Der SunEnergyXT 500 Pro* ist was für Leute mit einer größeren Bestandsanlage auf dem Dach oder für Menschen, die neu mit PV anfangen und gleich mal über 2000Wp an den Speicher anschließen wollen. Oder am Besten beides – große Anlage auf dem Dach UND zusätzliche Module an den neuen Speicher. Dann geht nichts mehr an den Energieversorger verloren und man kann selbst große Verbraucher im Haushalt direkt versorgen. Über das Hausnetz mit bis zu 2400W Einspeiseleistung.
Interessiert? Dann bekommt ihr mit dem Code PVE5 ordentliche 5% Rabatt bei eurer Bestellung des SunEnergyXT 500 Pro*
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