Jackery Solar Vault 3 Pro im Test
- Tobias Volk
- 25. März
- 7 Min. Lesezeit
Ich habe für euch vier Wochen lang getestet und zeige euch nun alle Vor- und Nachteile des neuen Speichers von Jackery. Hier könnt ihr das zugehörige YouTube-Video sehen:
Technische Daten
Der Jackery SolarVault 3Pro* kommt mit einem fest verbauten Speicher von 2,5kWh und lässt sich auf bis zu 15kWh erweitern. 1200W Ladeleistung und Entladeleistung über das Hausnetz sind mehr als die für ein klassisches Balkonkraftwerk zulässigen 800W, weshalb man bei der Freischaltung der 1200W in der App auch bestätigen muss, dass die technischen Anlagen dafür geeignet sind und ein Elektriker dies bestätigt hat. 4000 W PV-Anschlussleistung an 4 separaten Trackern ist schon eine Ansage und mehr als bei der Konkurrenz. Damit kann man schon ordentlich PV-Leistung verarbeiten. An der Notstromsteckdose sind 2300W im Bypass-Modus möglich, also wenn der Speicher vom Hausnetz mit Strom versorgt wird. Bei Netzausfall oder Trennung vom Netz beträgt die Umschaltzeit 20ms. Im netzgetrennten Zustand sind dann aber nur noch 1200W Ausgabeleistung möglich. Das finde ich nicht optimal gelöst, weil damit im Notstrombetrieb einige größere Verbraucher nicht mehr bedient werden können. Jackery hat aber mitgedacht und bietet für Kunden mit höheren Leistungsbedarfen auch noch weitere Modelle aus der SolarVault3-Reihe. Der ProMax, ja, genauso wie beim iPhone auch hier das Spitzenmodell, kann 2500W auch im Notstromfall ausgeben. Ebenso der ProMax AC. Falls ihr also ähnlich hohe Leistungsanforderungen wie ich im Notstromfall habt, dann kauft ihr bei Jackery besser eine Leistungsklasse höher.
Ihr habt schon ein Balkonkraftwerk mit Wechselrichter und wollt nicht alles umbauen? Kein Problem. Einfach den bestehenden Mikrowechselrichter an den Notstromanschluss des Jackery anschließen und der Strom wird entweder durchgeschliffen oder eingespeichert, wenn nicht genügend Verbrauch im Haus anliegt. Das funktioniert auch ohne die bei vielen andern Systemen erhöhten Standbyverbräuche der Notstromsteckdose. Ob die Steckdose ein- oder ausgeschaltet ist, macht bei meinem Pro3 keinen Unterschied im Stromverbrauch. Was für den Betrieb eines externen Wechselrichters positiv ist hat aber im Umkehrschluss seine Schattenseiten im generellen Standbyverbrauch. Dazu später mehr. Falls euch die Sache mit dem Durchschleifen weiterer Mikrowechselrichter oder sogar weiterer Speicher interessiert, dann schaut euch gerne mein Video dazu an, was ich kürzlich hier auf meinem Kanal veröffentlicht habe und euch hier nochmal verlinke:
Gekoppelt mit einem Shelly Pro3EM* zur Messung des aktuellen Hausverbrauchs weiß der 3Pro immer ganz genau, wieviel PV-Überschuss bei euch im Haushalt anliegt oder wie hoch der aktuelle Strombedarf ist – und kann das entsprechend ausgleichen. Die Anbindung meines Shelly Pro3EM* war dabei wirklich ein Traum. Bei mir ist der Shelly im Hausanschlusskasten installiert und wird in einem anderen WLan-Netz betrieben als der Jackery Speicher. Beide Netze laufen aber über den gleichen Router. Der Speicher verbindet sich lokal mit den Pro3EM, also ohne Cloud – weder von Jackery noch von Shelly. Das gefällt mir schonmal richtig gut, weil einerseits meine Daten besser geschützt sind und andererseits eine schnellere Reaktion auf Laständerungen möglich ist. Was soll ich euch sagen: in der App die Suche nach einem kompatiblen Shelly-Gerät angestoßen, Jackery findet sofort meinen Shelly Pro3EM*, verbunden, fertig. So muss das funktionieren im Jahr 2026. Hier können sich nahezu alle anderen Hersteller mal eine Scheibe abschneiden.
Ihr habt variable Strompreise? Dann könnt ihr den Speicher auch mit günstigem Strom beladen und ihn dann selbst verbrauchen, wenn der Strom teuer ist.
Einen habe ich noch und das finde ich auch wirklich klasse: Der Jackery SolarVault 3Pro* überwacht die Temperatur sowohl der PV-Eingänge als auch des Anschlusses ans Hausnetz. Wenn ich hier mit 4000W PV-Leistung reingehe, dann ist da ordentlich Strom auf den Kontakten und mir ist viel wohler dabei, wenn das überwacht wird.
Messwerte
Technische Daten ablesen kann jeder. Bei mir bekommt ihr jetzt die Messwerte aus vier Wochen echtem Testbetrieb.
Wir beginnen mal mit der Reaktionszeitmessung. Ich will wissen, wie schnell der Speicher auf Laständerungen in meinem Haus reagiert. Immerhin hat der Speicher den Anspruch, meinen PV-Strom bedarfsgerecht immer dann einzuspeisen, wenn im Haushalt Strom benötigt wird. Und damit die Aufgabe nicht zu leicht wird, teste ich das Ganze auch gleich mit Lastumschaltung. Das heißt der Pro3 muss vom Speicherbetrieb in den Einspeisebetrieb wechseln und umgekehrt. Das Ganze habe ich auch in Form eines YouTube Short hochgeladen, zu finden hier:
Die Ergebnisse bekommt ihr aber auch direkt hier im Blog:

4,9 Sekunden beim Einschalten des Wasserkochers, 7 Sekunden beim Ausschalten. Im zweiten Testdurchlauf 6,4 / 6,4 Sekunden. Ganz in Ordnung, aber für eine lokale Kommunikation noch ausbaufähig.
Die Messung des Standby-Verbrauchs zeigte eine Auffälligkeit, die ich sonst noch nirgendwo beobachtet habe: Nachts liegt der Standbyverbrauch des Jackery SolarVault 3Pro* bei 5-6W. Das ist im Quervergleich ganz in Ordnung, immerhin muss er ja stets bereit sein, um PV-Überschüsse aufzunehmen oder aus dem Netz geladen oder entladen zu werden. Also Haken dran. Komisch wird es aber tagsüber. Dann zieht er nämlich 35W aus dem Netz. Dauerhaft. Zunächst dachte ich, ich hätte mal wieder vergessen, die Notstromsteckdose auszuschalten – aber Fehlanzeige. Das Ein- und Ausschalten der Notstromsteckdose ändert gar nichts am Momentanverbrauch. Was sehr schön ist, denn dann verbraucht der Speicher im Notstromfall jedenfalls nicht mehr als sonst. Aber das „sonst“ macht mir Kopfzerbrechen. Irgendwas geht in dem Speicher tagsüber auf Bereitschaft, entweder getriggert über die Zeit oder die anliegende PV-Spannung meiner zwei Module, die ich am Speicher angeklemmt habe. Kommt aber keine Leistung von den Modulen, weil zum Beispiel Schnee darauf liegt, dann zieht sich der Speicher den ganzen Tag 35W aus dem Hausnetz. Auf diese Weise habe ich innerhalb von 24 Stunden eine halbe Kilowattstunde Standbyverbrauch gemessen. Das ist nicht zufriedenstellend und hier muss Jackery nachbessern. Zum Glück kann ich den Speicher noch etwas länger für Nachtests behalten und werde hierzu auf jeden Fall nochmal in einem Video - und natürlich auch hier im Blog berichten.
On-grid Effizienz
Aber kommen wir zum wichtigsten Test: der on-grid-Effizienz. Ich habe zwei PV-Module direkt am Speicher angeschlossen, zusätzlich habe ich weitere PV-Anlagen in meinem Haus installiert. Der Speicher muss also PV-Direktstrom verarbeiten und zusätzlich Überschüsse aus dem Haus einspeichern sowie in das Hausnetz ausspeisen, wenn dort Bedarf besteht. Der klassische Anwendungsfall eben. Nach zwei Wochen Dauerbetrieb im Spätwinter steht das Ergebnis fest: 76% - mit sehr starken Schwankungen.

Von dem Strom, der über mein Hausnetz und die PV-Module in den Speicher hineingeflossen sind, kamen am Ende in meinem Hausnetz 76% an. 76% sind für einen AC-angebundenen Speicher im Realbetrieb nicht wirklich berauschend – fairerweise muss man dazusagen, dass ich im Spätwinter getestet habe und der Speicherdurchsatz dementsprechend nicht so hoch war. Nur an zwei Testtagen ist der Speicher samt Zusatzmodul überhaupt mal bis 100% geladen worden. Die Erklärung für die 76% ist schnell gefunden: der hohe Standby-Verbrauch tagsüber. Wie oben schon erwähnt, genehmigt sich der Pro3 tagsüber 35W. Und die fehlen dann natürlich bei der Einspeisung. Auch, wenn PV-Leistung anliegt, zweigt sich der Speicher dort einiges an Leistung ab. Das ist effizienter, als es aus dem Hausnetz zu beziehen, führt aber zu verzerrten Angaben in der App. So bezieht der Speicher seinen eigenen Strombedarf nämlich beispielsweise über PV1. Was dazu führt, dass ihr, wenn ihr an PV1 und PV2 identisch ausgerichtete Module anschließt, an PV1 deutlich geringere PV-Leistungen angezeigt bekommt. Nicht so schön. Überhaupt scheint das MPP-Tracking im niedrigen Leistungsbereich nicht besonders effizient zu laufen. Erst ab 30W Leistung pro Modul stabilisiert sich das Tracking und die Module liefern vergleichbare Leistungswerte wie mein Referenzmodul, das ich an einem separaten Wechselrichter betreibe.
Kurzum: Der Schlüssel liegt in den Standby-Verbräuchen. Wenn Jackery die in den Griff bekommt, dann hat der Speicher in Sachen Effizienz noch Potenzial. Die 5-6W Nachtverbrauch zeigen ja, dass es möglich ist. Mal schauen, was die nächsten Softwareupdates so bringen.
Da ich ja seit Weihnachten 2025 ein neues Spielzeug habe, steht bei mir nun auch regelmäßig ein Test mit der Wärmebildkamera an. Nach solchen Dauerleistungstests bietet sich das natürlich besonders an und deshalb habe ich nach zwei Stunden mit 1,2kW Einspeisung in mein Hausnetz mal eine Messung durchgeführt.

Hier im Bild könnt ihr klar erkennen, wo besonders viel Hitze entsteht. Klar, natürlich kurz hinter dem Wechselstromanschluss. Mit über 60 Grad auch nicht zu vernachlässigen, denn das hier sind ja die an der Oberfläche gemessenen Temperaturen. Im Inneren ist da noch mehr los, was ich aber nicht beobachten kann. So Hightech ist meine Wärmebildkamera dann doch nicht. Für euch wichtig: Das Gerät selbst bleibt handwarm, lediglich der Wärmetauscher an der Rückwand wird deutlich warm – und das vor Allem im mittleren Bereich. Oben am Rand sind die Temperaturen schon wieder deutlich unter 50 Grad.
Einen Link zur Wärmebildkamera* (Rabattcode THERMALBF für 8% Rabatt) und natürlich auch zum Jackery SolarVault 3 Pro* setze ich euch an dieser Stelle einmal - falls ihr euch die Geräte mal anschauen wollt.
Notstrom
Was habe ich noch gemessen? Richtig, Notstromtest. Nach langem Hin- und Herüberlegen habe ich mich dazu entschieden, den Notstromtest mit einem Heizlüfter durchzuführen. 1000W Dauerlast, den Akku von 100% bis auf 10% leergesaugt. Könnt ihr euch gerne im Video mal anschauen, wie ich geschwitzt habe.
Und heraus kamen: 4,3kWh. Damit erreicht der Speicher einen Entladewirkungsgrad über die Notstromsteckdose von 95%.

Das ist ganz hervorragend und zeigt sehr deutlich, dass es dem Jackery-System nicht an Effizienz mangelt – sondern tatsächlich die hohen Standbyverbräuche ein Problem sind. Übrigens gingen beim Aufladen nach dem Notstromtest genau 5,1kWh wieder in den Speicher rein. Ladehub von 10 auf 100% mit 1kW Leistung. Auch wieder vorzeigbare 89% Wirkungsgrad. Da kann man nicht meckern.

Am Ende steht für mich folgendes Fazit: der Jackery SolarVault 3Pro* ist im Vergleich zu seinen Vorgängern auf jeden Fall eine deutliche Verbesserung. Die Software läuft stabil, die Einbindung in das Hausnetz und die Koppelung mit dem Shelly Pro3EM* funktionieren so einfach, wie ich es selten erlebt habe. Derzeit hat der 3Pro noch ein Problem mit hohen Standbyverbräuchen tagsüber. Ich habe das bereits an Jackery kommuniziert und werde für euch beobachten, ob es dazu in kurzer Frist ein Softwareupdate geben wird. Wenn das noch gelöst wird, dann steht dem neuen Jackery eine große Zukunft bevor. Auch im Wohnzimmer, denn mit einem schicken Design kann er sich wirklich sehen lassen.
Ich hoffe, ihr konntet aus dem Video und dem Blogbeitrag etwas für euch mitnehmen. Ich wünsche euch jedenfalls einen guten Start in die PV-Saison und dabei immer ordentlich Sonne auf den Modulen. Wir sehen uns wieder hier im Blog oder auf YouTube PV&E.
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